Zeit für etwas Real Talk

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Zeit für etwas Real Talk

Hallo liebe Leser!

Über diesen Beitrag habe ich sehr lange nachgedacht. Ob ich ihn überhaupt schreiben soll und auch wie ich meine Gedanken am besten formuliere..
Aber in den letzten Monaten bin ich immer wieder über das Thema gestolpert und möchte diesen Blog nutzen um hoffentlich einige zum Nachdenken anzuregen 🙂

„Bei meiner Hochzeit hat uns der Fotograf die restlichen Bilder unbearbeitet dazugegeben. Warum gibt es bei dir nur so wenig Dateien?“

In diesem Satz kommen gleich zwei Aussagen vor, auf die ich genauer eingehen möchte. Beginnen wir von vorne. Ein Fotograf, der die unbearbeiteten Dateien zu den gekauften (und von ihm bearbeiteten) Fotos dazugibt. Für mich gibt es mehrere Gründe, das nicht so zu machen. Erstens, weil ich eine Perfektionistin bin, und mich dieses halb bearbeitet – halb roh stören würde. Dann entweder ganz oder gar nicht. Und zweitens, weil ich in Raw fotografiere. Raw ist so etwas wie die Rohdatei eines Bilder und wird während oder nach der Bearbeitung in ein JPEG, welches die Kunden schlussendlich erhalten, umgewandelt. Ich bearbeite jedes Bild minimal. Auch wenn es sich manchmal nur um etwas aufhellen oder abdunkeln handelt. Der allerwichtigste Grund ist aber: Mit der Bearbeitung gebe ich meinem Foto meinen Fingerabdruck. Unter anderem daran kann man meinen Stil erkennen. Meine persönliche Note. Ich gebe dem Foto einen Feinschliff. Übrigens würde ich auch nie Fotos rausgeben hinter denen ich nicht hundertprozentig stehen kann. Die Fotografie ist meine Leidenschaft und ich stecke in jedes einzelne Foto so viel Zeit und Liebe, dass es mir zu viel wert ist, um es einfach so wegzugeben.

Und so kommen wir auch schon zum nächsten Thema: Die Anzahl Dateien. Hier kommt meistens noch dazu, dass ich bei einem Shooting sehr viele ähnliche Bilder mache. So dass man am Schluss selber aussuchen kann, auf welchem Bild man sich selber oder sein Pferd am besten gefällt. Niemand braucht schliesslich 100 fast gleiche Fotos.

„Du verlangst schon echt viel für deine Fotos.“

Hier könnte ich auch einfach auflisten, was alles hinter einem Fotoshooting steht. Das werde ich aber nicht.

Ich beginne einfach mal mit der Zeit. Diese beschränke ich bei meinen Shootings nicht, weil ich finde, dass sie möglichst stressfrei für alle ablaufen sollten. Grob dauern meine Shootings meistens 45 Minuten bis drei Stunden. Je nach Model und Anzahl der Models.
Vorher habe ich ein bis zwei Stunden in Mailkontakt oder Telefonate und Organisation des Shootings investiert.
Nach dem Shooting sortiere ich die Fotos und bearbeite sie grob. Pro Foto investiere ich hier zwei bis vier Minuten. Nachdem ich die Auswahl des Kunden erhalten habe, kommen die Fotos in den Feinschliff. Dies dauert mehrere Stunden. Rechnet man sich die Stunden aus mal einen gewöhnlichen Stundenlohn kommt man recht schnell auf eine beträchtliche Summe. Aber es geht noch weiter 😉

Ich selbst möchte mich immer verbessern. Dazu muss ich mich weiterbilden. Anfangs habe ich dafür Bücher gelesen und Videos geschaut. Und stundenlang ausprobiert! Aber irgendwann hat mich das nicht mehr weitergebracht und ich habe mich für ein Coaching angemeldet. Seither habe ich ausserdem mehrere Webinars „mitgemacht“ zu Themen, die mich interessieren und möchte in naher Zukunft noch einen Workshop im Ausland besuchen.

Zu guter Letzt kommt noch die Ausrüstung. Gutes Equipment für die Pferdefotografie, in meinem Fall eine Vollformatkamera und ein lichtstarkes Teleobjektiv, kostet Summen im vierstelligen Bereich. Das wird einem leider nicht einfach so geschenkt (wäre ja auch viel zu einfach). Ausserdem ein Computer mit einem guten Bildschirm, Studioausrüstung und ganz viel kleines Zeugs, ohne das es trozdem nicht ginge…

So alles in allem macht es Sinn, dass man gute Bilder nicht kostenlos bekommt, oder? Ich hoffe nach diesem Beitrag schon!

Das wars erstmal an Real Talk – für den Moment. Wenn euch solche Beiträge interessieren oder sich dank ihnen etwas bewegt in euch würde ich mich sehr über ein Feedback freuen.

Eure Lara

Lara

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